Deutschland ist nach Japan der zweitgrößte Abnehmer von Rooibos: 2024 gingen rund 1.625 Tonnen und damit 17 Prozent der südafrikanischen Exporte hierher.Die Pflanzen hinter Rooibos und Honeybush, der Herkunftsschutz, roter und grüner Rooibos und die richtige Zubereitung.

Rooibos und Honeybush werden oft in einem Atemzug genannt, und das hat Gründe. Beide wachsen nur in Südafrika, beide stammen aus der Pflanzenwelt des Fynbos, und beide sind kein Tee im botanischen Sinn. Sie kommen nicht von der Teepflanze Camellia sinensis, sondern von Hülsenfrüchtlern. Der Rooibos-Aufguss enthält kein Koffein.

Zwei Sträucher aus dem Fynbos: Aspalathus und Cyclopia

Rooibos heißt botanisch Aspalathus linearis und gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Der besenartige Strauch mit nadelförmigen Blättern wächst im Fynbos, der Buschlandschaft am Kap. Angebaut wird er vor allem in den Cederbergen im Westkap. Der Aufguss enthält kein Koffein und vergleichsweise wenig Gerbstoffe.

Honeybush ist der Sammelname für Arten der Gattung Cyclopia. Laut dem südafrikanischen Agricultural Research Council (ARC) sind 23 Arten bekannt, alle kommen nur im Fynbos von West- und Ostkap vor. Kommerziell angebaut werden vor allem C. genistoides, C. longifolia und C. subternata.

Blüte einer Königsprotea, typische Pflanze des Fynbos
Rooibos und Honeybush wachsen im Fynbos, der Pflanzenwelt am Westkap, zu der auch die Protea gehört.

Cederberg und EU-Herkunftsschutz: warum nur Südafrika „Rooibos“ liefern darf

Seit 2021 ist „Rooibos“ beziehungsweise „Red Bush“ in der EU als geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) eingetragen. Die Durchführungsverordnung (EU) 2021/865 stammt vom 28. Mai 2021. Laut EU-Delegation in Südafrika ist es das erste afrikanische Lebensmittel mit diesem Status.

Als Rooibos darf seitdem nur Ware aus 100 Prozent Aspalathus linearis verkauft werden, die in festgelegten Gemeinden des West- und Nordkaps angebaut oder wild gesammelt wurde. Mischungen mit anderen Tees oder Kräutern bleiben erlaubt. Für Honeybush läuft laut ARC ebenfalls ein Antrag auf einen geografischen Herkunftsschutz in der EU, den aktuellen Stand haben wir nicht bestätigen können.

Rot oder grün, wild oder angebaut: so entstehen die Aufgüsse

Klassischer roter Rooibos wird geschnitten, gequetscht und oxidiert, umgangssprachlich „fermentiert“. Danach trocknet er in der Sonne. Erst die Oxidation gibt ihm die rotbraune Farbe und den runden, leicht malzigen Geschmack. Beim grünen Rooibos wird die Oxidation durch Erhitzen verhindert, ähnlich wie bei grünem Tee. Er schmeckt frischer und grasiger und ist wegen des aufwendigeren Verfahrens meist teurer.

Honeybush wird bis heute zu einem großen Teil in der Natur gesammelt. Laut ARC stammen mehr als 80 Prozent der jährlichen Ernte von der wild wachsenden Art Cyclopia intermedia. Die Forschung zum gezielten Anbau begann erst 1992. Traditionell erntete man die Sträucher in voller Blüte im Frühling.

Rooibos Honeybush
Pflanze Aspalathus linearis Cyclopia, 23 Arten
Region vor allem Cederberge, West- und Nordkap Fynbos in West- und Ostkap
Herkunft der Ernte überwiegend Anbau, auch Wildsammlung über 80 % Wildsammlung (C. intermedia)
EU-Herkunftsschutz g.U. seit 2021 Antrag laut ARC in Arbeit

Zahlen aus Südafrika: Ernte, Export und Deutschland auf Platz zwei

Bei der Produktionsmenge widersprechen sich die Quellen. Der South African Rooibos Council nennt rund 22.600 Tonnen für 2023. Die Fachzeitschrift Farmer’s Weekly schreibt von 17.000 Tonnen für 2023 und 14.000 Tonnen für 2024, für 2025 wurden rund 13.000 Tonnen erwartet. Über zehn Jahre schwankten die Ernten demnach zwischen 10.000 und 18.000 Tonnen.

Exportiert wurden laut Farmer’s Weekly 2024 rund 9.700 Tonnen, 2015 waren es noch 5.900 Tonnen. Die Branche beschäftigt laut Rooibos Council rund 8.000 Menschen in Anbau und Verarbeitung.

Rang Land Export 2024 Anteil
1 Japan rund 2.910 t 30 %
2 Deutschland rund 1.625 t 17 %
3 Niederlande rund 956 t 10 %
4 Großbritannien rund 656 t 7 %
5 Frankreich rund 568 t 6 %

Die Tonnen haben wir aus den Kilogramm-Angaben von Farmer’s Weekly gerundet.

Richtig aufgießen: sprudelnd heiß und ruhig lange

Rooibos ist unkompliziert. Du nimmst frisch sprudelnd kochendes Wasser mit 100 °C und etwa zwei Teelöffel pro Tasse. Die Ziehzeit beträgt mindestens drei Minuten, ein deutscher Fachhändler empfiehlt fünf bis acht Minuten. Bitter wird der Aufguss auch bei langer Ziehzeit nicht, du kannst ihn also ruhig vergessen. Allgemeine Regeln zu Temperatur und Ziehzeit findest du in unserem Ratgeber Tee richtig aufgießen.

Roter Rooibos verträgt einen Schuss Milch, grünen Rooibos trinkst du besser pur. Bei Honeybush hältst du dich an die Angaben auf der Packung. Rooibos enthält kein Koffein und ist damit eine Alternative für den Abend. Wie viel Koffein dagegen in Kaffee und Tee steckt, zeigt unser Überblick zum Koffeingehalt der Getränke.

Unser Tipp

So holst du das Beste aus Rooibos und Honeybush:

  • Gieß mit sprudelnd kochendem Wasser auf, Rooibos braucht keine abgekühlte Temperatur.
  • Lass ihn mindestens 5 Minuten ziehen, länger schadet dem Geschmack nicht.
  • Achte beim Kauf auf die Angabe „Rooibos“ aus Südafrika, gern mit g.U.-Logo.
  • Probier grünen Rooibos kalt aufgegossen als Eistee für den Sommer.
  • Trink Rooibos nicht als einziges Alltagsgetränk, sondern im Wechsel mit anderen Getränken.

San, Khoi und Pflanzengifte: Fairness und Qualität im Blick

2019 einigte sich die Rooibos-Branche nach Verhandlungen seit 2010 mit Vertretern der Khoikhoi und San auf ein Benefit-Sharing-Abkommen. Es erkennt diese Gemeinschaften als Träger des traditionellen Wissens über Rooibos an. Verarbeiter zahlen seitdem eine Abgabe von 1,5 Prozent des Preises, den sie den Farmern pro Kilogramm zahlen. Das Geld fließt in zwei Gemeinschafts-Trusts. Es gilt als weltweit erstes branchenweites Abkommen dieser Art. Mehr zu fairen Lieferketten liest du bei Siegel und Direct Trade.

Ein Qualitätsthema sind Pyrrolizidinalkaloide (PA). Pflanzen bilden diese Stoffe zur Abwehr von Fraßfeinden, in Tees gelangen sie über PA-haltige Pflanzenteile. Das BfR nannte 2016 Verunreinigungen in Kräutertees einschließlich Rooibos sowie in schwarzem und grünem Tee als Hauptaufnahmequellen. Ein akutes Gesundheitsrisiko sieht das Institut nicht, problematisch ist die langfristige Aufnahme. Seit Juli 2022 gelten EU-Höchstgehalte, heute geregelt in der Kontaminanten-Verordnung (EU) 2023/915.

Produkt (getrocknet) PA-Höchstgehalt
Rooibos 400 µg/kg
Kräutertees allgemein 200 µg/kg
Schwarz- und Grüntee 150 µg/kg
Tees und Kräutertees für Säuglinge und Kleinkinder 75 µg/kg

Das BfR rät, bei Getränken abzuwechseln. Kinder sollten nicht ausschließlich Kräutertee trinken, und Schwangere sowie Stillende sollten Kräutertees mit anderen Getränken kombinieren.

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Rooibos und Honeybush sind die unkomplizierten Verwandten unter den Aufgüssen: kein Thermometer, keine Stoppuhr, beim Rooibos auch kein Koffein. Für ruhige Teepausen am Nachmittag findest du weitere Ideen bei Tee-Rituale am Nachmittag.

Alle Preise sind Richtwerte und können sich ändern. Wir haben die Produkte nicht selbst getestet.

Stand: 24. Oktober 2026.

Quellen

  1. Wikipedia: Rooibos, abgerufen 23.10.2026.
  2. Agricultural Research Council (ARC): The Honeybush Story, abgerufen 23.10.2026.
  3. Amtsblatt der EU via lexaris: Durchführungsverordnung (EU) 2021/865 („Rooibos“/„Red Bush“ g.U.), 28.05.2021.
  4. SAnews: South African Rooibos makes list of EU’s protected designations, 10.06.2021.
  5. UK Tea & Infusions Association: European Commission approves the registration of Rooibos/Red Bush, 21.06.2021.
  6. South African Rooibos Council: GI and PDO, aktualisiert 16.09.2024.
  7. South African Rooibos Council: Industry Statistics, aktualisiert 01.10.2024.
  8. Farmer’s Weekly: Rooibos exports keeping the industry going, 25.02.2025.
  9. Whittard of Chelsea: A Guide to Rooibos, 20.08.2026.
  10. Teegalerie: Rooibos grün vom Zederberg Bio, abgerufen 23.10.2026.
  11. Natural Justice: The Rooibos Access and Benefit-sharing Agreement, 25.05.2020.
  12. University of Cape Town: San and Khoi claim benefits from rooibos, 20.11.2019.
  13. Bundesinstitut für Risikobewertung: Verunreinigungen in Tees und Honig sind die Hauptaufnahmequellen für Pyrrolizidinalkaloide (PA), 28.09.2016.
  14. legislation.gov.uk: Verordnung (EU) 2020/2040, Anhang, 11.12.2020.
  15. Eurofins: EU-Regularien: Anforderungen an die Gewürzbranche, aktualisiert 30.06.2026.
  16. Violey: Lebensbaum Rooibos lose, Preis abgerufen 23.10.2026.
  17. KINTO Europe: UNITEA One Touch Teekanne 460 ml, abgerufen 24.10.2026.
  18. Spürsinn24: Glaskanne mit Sieb UNITEA ONE TOUCH 460 ml, abgerufen 24.10.2026.
  19. Barista und Espresso: Kinto UNITEA One Touch Teekanne, abgerufen 24.10.2026.

Bildnachweis

  1. Blüte einer Königsprotea, typische Pflanze des Fynbos – Foto: David Clode / Unsplash

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