Kraft Heinz gibt die Kontrolle über Maxwell House und sein gesamtes Kaffeegeschäft in Nordamerika an den Finanzinvestor One Rock Capital Partners ab. Der Inhalt der Vereinbarung, die getrennten Markenrechte zwischen Amerika und Europa und die Folgen für den Markt.
Die Vereinbarung wurde am 4. November 2026 bekannt. Das Geschäft wird mit 650 Millionen US-Dollar bewertet, umgerechnet rund 577 Millionen Euro. Kraft Heinz behält einen Anteil von 30 Prozent ohne Kontrolle. Nach Steuern erwartet der Konzern rund 500 Millionen Dollar oder etwa 444 Millionen Euro und will damit Schulden abbauen. Abgeschlossen sein soll der Verkauf Mitte 2027, sofern die Behörden zustimmen.
Zum Paket gehören sieben Marken: Maxwell House, Gevalia, Nabob, Yuban, Tassimo, Ethical Bean und Sanka. Hinzu kommen die Kaffeewerke in Jacksonville in Florida und in Vancouver sowie rund 250 Beschäftigte. Umsatz und Gewinn der Sparte nannte Kraft Heinz nicht. One Rock kündigte an, stärker in die Marken zu investieren. Der Investor hatte 2021 bereits das nordamerikanische Wassergeschäft von Nestlé übernommen.
Getrennte Marken
Maxwell House gehörte zu General Foods. Das Unternehmen wurde 1989 unter dem Dach von Philip Morris mit Kraft zusammengeführt. Ethical Bean, ein Röster aus Vancouver mit Fairtrade-Siegel und Bio-Zertifizierung, kam 2018 hinzu. Im September 2025 kündigte Kraft Heinz an, sich in zwei börsennotierte Unternehmen aufzuspalten. Diesen Plan setzte der Konzern im Februar 2026 aus. Für 2025 nannte er höhere Kaffeekosten als Grund für Preiserhöhungen. Zugleich sanken die verkauften Mengen.
Verkauft wird nur das Geschäft in Nordamerika. Die Rechte an Tassimo und Gevalia sind nach Regionen geteilt. Außerhalb Nordamerikas gehören beide Marken zu JDE Peet’s, dem Konzern hinter Jacobs. Bei Gevalia geht die Trennung auf die Aufspaltung von Kraft Foods im Jahr 2012 zurück.
Folgen
Für Röster und Cafés in Deutschland, Österreich und der Schweiz ergeben sich aus der Vereinbarung keine direkten Änderungen. Bedeutung hat sie für die Machtverhältnisse in der Branche. Während Kraft Heinz die Kontrolle abgibt, hat Keurig Dr Pepper JDE Peet’s übernommen und bereitet einen eigenen Kaffeekonzern vor. Die Rechte an Tassimo und Gevalia liegen künftig in Nordamerika bei einem Finanzinvestor und in Europa bei Keurig Dr Pepper.
Als Grund für den Verkauf nannte Kraft Heinz das Ziel, Werte aus dem Portfolio zu heben. Der Arabica-Preis liegt derweil deutlich unter dem Vorjahreswert. Im Regal kommt das nur verzögert an.
Bis zum Abschluss Mitte 2027 bleibt Maxwell House bei Kraft Heinz. Danach ist der Konzern nur noch Minderheitsgesellschafter eines Kaffeegeschäfts, das seit Jahrzehnten zu Kraft gehörte.
Quellen
- Kraft Heinz und One Rock Capital Partners: Kraft Heinz to Divest North America Coffee Business to One Rock Capital Partners, 04.11.2026.
- Daily Coffee News: Kraft Heinz Selling North American Coffee Business for $650 Million, 04.11.2026.
- Food Business News: Kraft Heinz selling North America coffee business, 04.11.2026.
- Europäische Zentralbank: Euro-Referenzkurs, 04.11.2026: 1 € = 1,1267 US-Dollar.
- World Coffee Portal: New earnings show the shape of things to come for KDP’s ‚global coffee champion‘, 04.11.2026.
- JDE Peet’s: Markenübersicht, abgerufen 05.11.2026.
- Wikipedia: Tassimo und Gevalia, abgerufen 05.11.2026.
- Trading Economics: Coffee, abgerufen 05.11.2026 (Kurs vom 04.11.2026).



