Arabica schmeckt meist feiner und säurebetonter, Robusta kräftiger und bitterer. Robusta enthält außerdem rund doppelt so viel Koffein.Geschmack und Inhaltsstoffe, Anbau und Erbgut, Weltmarkt und Börsenpreise und Robusta im Espresso.
Fast aller Kaffee, den du trinkst, stammt von zwei Pflanzenarten. Arabica heißt botanisch Coffea arabica. Robusta ist eigentlich ein Handelsname, die Art heißt Coffea canephora. In Brasilien wird sie meist Conilon genannt.
Auf der Packung steht oft nur 100 % Arabica oder ein Mischungsverhältnis. Die Angabe verrät schon einiges über Geschmack, Koffein und Preis. Über die Qualität einer einzelnen Partie sagt sie allein wenig.
Geschmack: fein und säurebetont oder kräftig und bitter
Arabica gilt als der aromatischere Kaffee. Robusta schmeckt voller und herber, oft nach Kakao, Getreide oder Erde.
Eine Studie aus Brasilien hat das 2007 an Mischungen geprüft. Die Forscher gaben einem guten Arabica 10 bis 50 Prozent Robusta bei. Mit jedem Anteil wurde der Kaffee bitterer, Süße und Säure nahmen ab. Ab 30 bis 50 Prozent Robusta rutschte die Mischung in der Bewertung von der oberen in die mittlere Qualitätsstufe. Verwendet wurde dabei schon ein ausgelesener Robusta mit wenigen Fehlbohnen.
Robusta hat auch gute Seiten. Ein Schweizer Röster und Q-Robusta-Grader beschreibt gute Partien mit Noten von getrockneten Früchten, Nüssen und Gewürzen wie Nelke oder Pfeffer. Schwache Partien schmecken nach Heu, Getreide oder Gummi.
| Arabica | Robusta | |
|---|---|---|
| Geschmack | feiner, mehr Säure und Süße | kräftiger, bitterer, mehr Körper |
| Typische Noten guter Partien | Frucht, Blüten, Karamell | Kakao, Nuss, getrocknete Früchte, Gewürze |
| Koffein im Rohkaffee | 0,9 bis 1,3 % | 1,5 bis 2,5 % |
| Anbau | Bergland, kühler | Tiefland, wärmer |
Koffein, Zucker und Fett: was in den Bohnen steckt
Eine Übersichtsarbeit der Universität Glasgow nennt für Arabica 0,9 bis 1,3 Prozent Koffein in der Trockenmasse des Rohkaffees. Robusta kommt auf 1,5 bis 2,5 Prozent, also auf rund das Doppelte. Robusta enthält dazu mehr Chlorogensäuren, Arabica mehr Fett.
Eine Übersicht des britischen Chemikers Andy Brunning fasst die üblichen Spannen zusammen. Auffällig ist der Zucker. Arabica bringt etwa doppelt so viel Saccharose mit wie Robusta. Beim Rösten wird daraus über Karamellisierung und Maillard-Reaktion ein großer Teil der süßlichen Röstaromen.
| Inhaltsstoff im Rohkaffee | Arabica | Robusta | Wirkung in der Tasse |
|---|---|---|---|
| Koffein | 0,9 bis 1,3 % | 1,5 bis 2,5 % | bitter, anregend |
| Saccharose (Zucker) | 6 bis 9 % | 3 bis 7 % | Süße, Karamell- und Röstaromen |
| Fett (Lipide) | 15 bis 17 % | 10,5 bis 11 % | Aromaträger, Mundgefühl |
| Chlorogensäuren | 5,5 bis 8 % | 7 bis 10 % | Säure, Bitterkeit, Adstringenz |
Die Spannen hängen an Sorte, Herkunft und Messmethode, und sie überlappen sich zum Teil. Einzelne Robustas können also mehr Zucker haben als ein schwacher Arabica. Als Tendenz gelten die Unterschiede aber in der ganzen Fachliteratur.
Für deine Tasse heißt das vor allem mehr Koffein. Eine Espresso-Mischung mit hohem Robusta-Anteil liefert bei gleicher Pulvermenge spürbar mehr davon. Wie viel Koffein in Espresso, Filterkaffee und Cold Brew steckt, steht in Koffein in Espresso, Filterkaffee und Cold Brew.

Anbau: kühles Bergland gegen warmes Tiefland
Die beiden Arten stammen aus verschiedenen Landschaften. Arabica wächst wild in den Bergwäldern Äthiopiens auf 1.600 bis 2.800 Metern. Robusta ist in den Tieflandwäldern des Kongobeckens zu Hause. Angebaut wird sie meist zwischen Meeresspiegel und 800 Metern.
| Arabica | Robusta | |
|---|---|---|
| Herkunft | Bergwälder Äthiopiens, 1.600 bis 2.800 m | Tieflandwälder des Kongobeckens |
| Typische Anbauhöhe | höhere, kühlere Lagen | Meeresspiegel bis 800 m |
| Optimale Jahresmitteltemperatur (Lehrbuchwert) | 18 bis 21 °C | 22 bis 26 °C |
Robusta galt deshalb lange als hitzefest. Eine Auswertung von 2020 stellt das infrage. Forscher werteten die Ernten von fast 800 Robusta-Farmen in Vietnam und Indonesien über zehn Jahre aus. Die besten Erträge lagen bei einer Jahresmitteltemperatur von 20,5 °C, also deutlich kühler als im Lehrbuch. Jedes Grad darüber kostete rund 14 Prozent Ertrag.
Die Daten stammen aus Beobachtungen in einer Region und nicht aus Laborversuchen. Arabica reagiert laut den Forschern noch empfindlicher auf Wärme.

Erbgut: Arabica stammt zur Hälfte von Robusta ab
Der Unterschied reicht bis in die Chromosomen. Robusta hat 22 Chromosomen in zwei Sätzen. Arabica hat 44 Chromosomen in vier Sätzen. Ein internationales Team hat 2024 das Arabica-Erbgut entschlüsselt.
Danach entstand Arabica vor 350.000 bis 610.000 Jahren aus einer natürlichen Kreuzung. Die Eltern waren Coffea canephora, also Robusta, und die Wildart Coffea eugenioides. Die neue Pflanze behielt die Chromosomensätze beider Eltern vollständig. Fachleute nennen das allotetraploid.
Arabica befruchtet sich zudem überwiegend selbst. Die Forscher fanden mehrere Engpässe in der Geschichte der Art und eine geringe genetische Vielfalt.
Arabica ist anfällig für den Kaffeerost, eine Pilzkrankheit. Hilfe kam vom Elternteil. 1927 fand man auf der Insel Timor eine spontane Kreuzung aus Arabica und Robusta, die gegen den Pilz resistent ist. Viele moderne Arabica-Sorten tragen Erbgut aus dieser Linie.

Weltmarkt und Preise: Anteile und Börsenkurse im Oktober 2026
Der Abstand beim Weltmarktanteil ist kleiner als oft angenommen. Das US-Landwirtschaftsministerium USDA erwartet für 2026/27 eine Rekordernte von 189,7 Millionen Sack zu 60 kg. Davon sind rund 106 Millionen Sack Arabica und rund 84 Millionen Sack Robusta. Das entspricht etwa 56 zu 44 Prozent (von uns gerechnet).
| Größte Erzeuger 2026/27 (USDA, mit „rund“ von uns errechnet) | Arabica | Robusta |
|---|---|---|
| Brasilien | 47,5 Mio. Sack | 24,4 Mio. Sack |
| Vietnam | rund 1,1 Mio. Sack | 31,4 Mio. Sack |
| Kolumbien | 13,4 Mio. Sack | keine |
| Äthiopien | 12,1 Mio. Sack | keine |
| Indonesien | rund 1,4 Mio. Sack | 10,0 Mio. Sack |
| Uganda | rund 1,2 Mio. Sack | 6,0 Mio. Sack |
Gehandelt werden die beiden Arten an zwei Börsen. Arabica notiert in New York in US-Cent pro Pfund, Robusta in London in US-Dollar pro Tonne. Am 2. Oktober 2026 schloss Arabica für Dezember bei 288,75 US-Cent pro Pfund. Robusta für November stand bei 3.469 US-Dollar pro Tonne.
| Börsenkurs 2. Oktober 2026 | Notierung | pro kg in Dollar | pro kg umgerechnet rund |
|---|---|---|---|
| Arabica, New York, Dezember 2026 | 288,75 US-Cent/lb | 6,37 $ | 5,68 € |
| Robusta, London, November 2026 | 3.469 $/t | 3,47 $ | 3,10 € |
Umgerechnet kostete Rohkaffee aus Arabica damit gut das 1,8-Fache von Robusta. Das Verhältnis schwankt mit den Ernten in Brasilien und Vietnam. Was neben dem Börsenkurs den Preis im Laden bestimmt, steht in Warum Specialty Coffee so viel kostet.
Robusta in einer Arabica-Packung lässt sich nachweisen. Robusta enthält 800 bis 2.500 mg pro kg des Stoffs 16-O-Methylcafestol, Arabica meist unter 20 mg pro kg. Labore messen ihn nach einer deutschen Norm, eine Validierungsstudie erkannte noch Beimischungen von 2,5 Prozent.
Fine Robusta, Liberica und Robusta im Espresso
Robusta muss nicht billig schmecken. Das Coffee Quality Institute bewertet Robusta nach einem eigenen Verkostungsprotokoll. Partien ab 80 Punkten gelten als Fine Robusta, analog zum Specialty-Arabica.
Liberica und Excelsa wachsen in heißen, feuchten Tieflagen. Botaniker in Kew haben 2025 gezeigt, dass Excelsa eine eigene Art ist, Coffea dewevrei. Ihr Anteil am Welthandel ist winzig. Für Liberica nennen die Forscher weniger als 1.000 Tonnen, rund 0,01 Prozent der Exporte.
Im Espresso hat Robusta seinen festen Platz. Viele Espresso-Mischungen enthalten einen Anteil. Forscher aus Glasgow nennen als einen Grund die Crema. Dazu kommen mehr Körper, mehr Bitterkeit und mehr Koffein in der Tasse. Wie du einen Espresso am Mahlgrad einstellst, zeigt Espresso einstellen: Mahlgrad und Bezugszeit.

Arabica bringt mehr Aroma und Säure, Robusta mehr Kraft, Bitterkeit und Koffein. Wie gut eine Bohne ist, entscheiden am Ende Anbau, Ernte und Röstung.
Stand: 24. Oktober 2026.
Quellen
- Ludwig, I. A.; Clifford, M. N.; Lean, M. E. J.; Ashihara, H.; Crozier, A., Food & Function: Coffee: biochemistry and potential impact on health (Autorenmanuskript), 2014.
- Andy Brunning, Compound Interest: Coffee: Arabica vs Robusta, 2023.
- Crozier, T. W. M.; Stalmach, A.; Lean, M. E. J.; Crozier, A., Food & Function: Espresso coffees, caffeine and chlorogenic acid intake: potential health implications, 2012.
- Moura, S. C. S. R. de u. a., Brazilian Journal of Food Technology 10(4), 271–277: Avaliações físicas, químicas e sensoriais de blends de café arábica com café canephora (robusta), Oktober bis Dezember 2007.
- Benjamin Hohlmann, Kaffeemacher: Fine Robusta und Q Robusta Grading, 30.11.2017, abgerufen 24.10.2026.
- DaMatta, F. M.; Ramalho, J. D. C., Brazilian Journal of Plant Physiology 18(1): Impacts of drought and temperature stress on coffee physiology and production: a review, 2006.
- Alliance of Bioversity International and CIAT (zu Kath, J. u. a., Global Change Biology 26(6)): Not so robust: robusta coffee more sensitive to warming than previously thought, 29.06.2020.
- Salojärvi, J. u. a., Nature Genetics 56, 721–731: The genome and population genomics of allopolyploid Coffea arabica reveal the diversification history of modern coffee cultivars, 15.04.2024.
- USDA Foreign Agricultural Service: Coffee: World Markets and Trade, 02.07.2026.
- Uganda Coffee Development Authority: Daily Coffee Market Analysis Report, Schlusskurse vom 02.10.2026, 05.10.2026.
- Speer, K.; Uhlig, S.; Simon, K.; Frost, K.; Schlierf, A., ASIC: Food Authenticity: Determination of 16-O-Methylcafestol Content of Green and Roasted Coffee, 2023.
- Nick Brown, Daily Coffee News (zu Davis, A. P. u. a., Nature Plants): Study Says Liberica and Excelsa Are Separate Species, With Implications for Cultivation, 21.08.2025.
- Europäische Zentralbank: Euro foreign exchange reference rates, 22.10.2026.



