Kaffee aus Nepal ist Arabica aus kleinen Gärten im Hügelland. Die Ernte ist winzig, nach Deutschland kommen nur wenige Tonnen im Jahr.Anbaugebiete und Höhenlagen, Ernte- und Exportzahlen, Sorten und Aufbereitung und Preise in Euro.

Nepal erntete im Fiskaljahr 2024/25 laut der staatlichen Tee- und Kaffeebehörde NTCDB 641,9 Tonnen Rohkaffee. Das ist mehr als doppelt so viel wie fünf Jahre zuvor. Im Weltmaßstab bleibt es eine Randnotiz. Den größten Teil der Ernte trinkt das Land selbst und importiert zusätzlich mehr Kaffee, als es erntet.

Die Zahlen stammen vor allem von der NTCDB und vom nepalesischen Zoll, berichtet von der nepalesischen Wirtschaftspresse. Nepals Fiskaljahr beginnt Mitte Juli. Rupien rechnen wir über den US-Dollar in Euro um, die Kurse stehen im Abschnitt zu den Preisen.

Anbaugebiete: Hügelland statt Hochgebirge

Kaffee wächst in Nepal in den Mid-Hills, dem Mittelgebirge zwischen Tiefland und Himalaya. Laut der NTCDB wird er in 43 Distrikten kommerziell angebaut, so ein Bericht vom November 2024. Die Tageszeitung Kantipur nannte im Juli 2026 ebenfalls 43 Distrikte und mehr als 30.000 Bauernfamilien.

Ein Bericht nach Angaben der Behörde nennt 13 Distrikte namentlich. Im Westen sind das Gulmi, Arghakhanchi, Palpa, Syangja, Parbat und Baglung. In der Mitte liegen Kaski, Tanahu, Lamjung und Gorkha. Rund um Kathmandu kommen Lalitpur, Kavre und Sindhupalchok dazu. Ein Exporteur nennt außerdem Ilam und Panchthar im Osten, die vor allem für Tee bekannt sind.

Typisch sind kleine Gärten an steilen Hängen. In einer Studie aus vier Distrikten waren die untersuchten Kaffeeflächen im Median 0,5 Hektar groß, bei durchschnittlich 41 Prozent Hangneigung. Laut einer Analyse des Landwirtschaftsministeriums macht die verstreute Kleinproduktion das Einsammeln und die Qualitätskontrolle teuer.

Weg zwischen Feldern, der zu einem Dorf im Distrikt Darchula in Nepal führt
Felder vor einem Dorf im Distrikt Darchula im äußersten Westen Nepals. Auch Kaffee wächst im Hügelland meist auf kleinen Terrassenflächen.Foto: Sushanta Rokka / Unsplash

Höhenlagen: meist zwischen 800 und 1.600 Metern

Mit dem Hochgebirge hat der Anbau wenig zu tun. Die Gärten liegen deutlich tiefer als die Gipfel. Die Angaben zur Höhe gehen je nach Quelle auseinander, die meisten nennen 800 bis 1.600 Meter.

Quelle Höhenangabe Bezug
NTCDB-Studie, berichtet 12/2019 800 bis 1.800 m geeignete Flächen in 10 Distrikten
NTCDB, berichtet 12/2019 1.000 bis 1.600 m tatsächlicher Arabica-Anbau
Global Coffee Report, 06/2025 800 bis 1.600 m typische Farmen, darüber Frostgefahr
Exporteur, Perfect Daily Grind 06/2025 1.000 bis 2.100 m die meisten Farmen (Firmenangabe)
Lotz u. a., 2026 525 bis 1.275 m 27 untersuchte Flächen in 4 Distrikten

Ab etwa 1.600 Metern wird laut dem Global Coffee Report Frost zum Problem. Die obere Grenze des Exporteurs von 2.100 Metern ist deshalb mit Vorsicht zu lesen. Unabhängige Messungen dazu haben wir nicht gefunden.

Bäuerinnen und Bauern arbeiten auf einem Feld in einem Tal der Annapurna-Region, dahinter schneebedeckte Gipfel
Feldarbeit in einem Tal der Annapurna-Region. Kaffeegärten liegen in Nepal weit unterhalb der Schneegipfel, meist zwischen 800 und 1.600 Metern.Foto: Giacomo Berardi / Unsplash

Viele Gärten stehen unter Bäumen. Auf den 27 Flächen der Studie von 2026 deckte das Kronendach im Mittel 62 Prozent ab, notiert wurden 53 Baumarten. Am meisten Ertrag brachte mittlerer Schatten um 40 Prozent. Das passt zu dem, was Studien aus anderen Ländern über Kaffee unter Schattenbäumen zeigen.

Ernte und Fläche: doppelt so viel wie vor fünf Jahren

Laut NTCDB-Zahlen ist die Anbaufläche von 2020/21 bis 2024/25 um rund 80 Prozent gewachsen. Die Ernte hat sich im selben Zeitraum etwa verdoppelt. Ein Teil der Flächen ist noch jung, ein Strauch trägt frühestens nach drei Jahren.

Fiskaljahr Fläche Rohkaffee
2020/21 3.052 ha 314,5 t
2021/22 3.343 ha 354,9 t
2022/23 3.655 ha 394,4 t
2023/24 4.309 ha 501,3 t
2024/25 5.501 ha 641,9 t

Pro Hektar sind das rund 117 kg Rohkaffee (von uns gerechnet). Die Landeszahl schließt junge Flächen ein, allein 2023/24 kamen 654 Hektar neu dazu. In der Schattenstudie lag der Mittelwert der untersuchten Flächen bei 364 kg pro Hektar. Ein Mitarbeiter der NTCDB sprach 2019 von rund 20 Prozent Ernteverlust im Jahr durch Schädlinge und Krankheiten.

Zum Vergleich erwartet das US-Landwirtschaftsministerium USDA für 2026/27 weltweit 189,7 Millionen Sack zu 60 kg. Das sind rund 11,4 Millionen Tonnen. Nepals Ernte entspricht davon etwa 0,006 Prozent (von uns gerechnet, die Jahre unterscheiden sich).

Angefangen hat es laut einer Überlieferung der NTCDB 1938. Ein Einsiedler namens Hira Giri soll Samen aus Burma in das Dorf Aapchaur im Distrikt Gulmi gebracht haben. Ende der Siebzigerjahre holte die Regierung Saatgut aus Indien, 1983/84 entstand die Nepal Coffee Company in Manigram. Für 1994/95 nennt das Landwirtschaftsministerium erst rund 136 Hektar.

Sorten und Aufbereitung: Arabica, meist gewaschen

Nepal baut ausschließlich Arabica an, laut NTCDB eine Mischung aus Bourbon, Typica und Caturra. Caturra brachte ein Unternehmer 1990 aus Papua-Neuguinea in den Distrikt Nuwakot. Ein Exporteur nennt dazu alte Landsorten ohne genaue Bezeichnung. Was Arabica von Robusta unterscheidet, steht in Arabica oder Robusta.

Gewaschener Kaffee ist laut einem Exporteur die häufigste Variante. Ein Pulper entfernt Haut und Fruchtfleisch, danach gärt der Kaffee, wird gewaschen und getrocknet. In einer Befragung von 100 Bauern in Gulmi galt gewaschener Kaffee als gefragter und besser bezahlt. Am häufigsten fehlten den Bauern Handpulper, danach Wasser und Transportwege.

Einzelne Betriebe probieren inzwischen auch Natural, Honey und anaerobe Gärung, berichtet der Global Coffee Report 2025. Wie die Verfahren den Geschmack verändern, erklärt Aufbereitung: Washed, Natural und Honey. Belastbare Verkostungsstudien speziell zu Kaffee aus Nepal haben wir nicht gefunden.

Laut einer Analyse des Landwirtschaftsministeriums wird überwiegend ohne synthetische Mittel gewirtschaftet, ein Teil ist bio- und Fairtrade-zertifiziert. Als wichtigsten Schädling nennt dieselbe Analyse den Weißen Kaffeestammbohrer. In einem Versuch in Kaski half ein Anstrich aus roter Erde und Kuhdung am besten. Nur 11 Prozent der Sträucher waren danach befallen, bei anderen Mitteln 22 Prozent.

Tasse mit schwarzem Kaffee in schlichtem Arrangement
Nepalesischer Kaffee wird meist gewaschen. Solche Kaffees schmecken in der Regel klar, mit deutlicher Säure und leichterem Körper.Foto: Isaac Benhesed / Unsplash

Export: wenige Tonnen, Deutschland vorn beim Wert

Ins Ausland geht nur ein kleiner Teil der Ernte. Im Fiskaljahr 2023/24 waren es laut Zoll und NTCDB 89 Tonnen, rund 17 Prozent der Ernte. In den ersten neun Monaten von 2025/26 führte Nepal 33,8 Tonnen Kaffee aus. Davon waren 97 Prozent ungeröstete Bohnen.

Abnehmer, Mitte Juli 2025 bis Mitte April 2026 Menge Wert pro kg umgerechnet rund
Deutschland 6.505 kg 16,19 Mio. NPR 14,35 €
Schweiz 8.338 kg 15,65 Mio. NPR 10,80 €
Italien 4.000 kg 10,35 Mio. NPR 14,90 €
Japan 6.827 kg 9,81 Mio. NPR 8,30 €
Vereinigte Arabische Emirate 1.759 kg 5,70 Mio. NPR 18,70 €

Die Schweiz nahm mehr Kaffee ab, Deutschland zahlte insgesamt mehr. Kleinere Mengen gingen nach Großbritannien, in die USA, nach Polen und nach Taiwan. Die Werte pro Kilo haben wir aus den Zolldaten berechnet.

Im Land selbst ist die Nachfrage viel größer. Eine Erhebung der NTCDB mit der Internationalen Kaffeeorganisation kam 2024 auf mehr als 2.200 Tonnen Verbrauch im Jahr. Rund 1.200 Tonnen davon kommen laut dem Bericht über inoffizielle Kanäle ins Land. Im Mai 2026 war bereits von über 2.800 Tonnen die Rede.

Den Rest decken Importe. In den ersten neun Monaten von 2025/26 führte Nepal 979 Tonnen Kaffee ein, fast 30-mal so viel wie es ausführte. Mehr als die Hälfte davon war Instantkaffee.

Preise in Euro: teurer als Börsenkaffee

Für die Umrechnung nehmen wir den Kurs der nepalesischen Zentralbank vom 12. Oktober 2026. Das Mittel aus Ankauf (154,48) und Verkauf (155,08) liegt bei 154,78 Rupien je US-Dollar. Mit dem EZB-Kurs vom 22. Oktober 2026 von 1,1205 US-Dollar ergibt das rund 173,4 Rupien je Euro.

Rohkaffee pro kg Originalangabe umgerechnet rund
Nepal, Inlandsmarkt (05/2026) 1.600 bis 1.700 NPR 9,20 bis 9,80 €
Import aus Indien, Inlandsmarkt (05/2026) 1.200 bis 1.300 NPR 6,90 bis 7,50 €
Exportpreis laut Bericht (11/2024) rund 16 US-Dollar 14,30 €
Export, Zollwert im Schnitt (07/2025 bis 04/2026, ungeröstet) rund 2.140 NPR 12,35 €
Arabica-Börse New York (02.10.2026) 288,75 US-Cent/lb 5,68 €

Nepalesischer Rohkaffee kostet im Export damit gut doppelt so viel wie Arabica an der Börse. Im Inland liegt er rund ein Drittel über Ware aus Indien und findet trotzdem Käufer. Dazu kommen bei uns Fracht, Rösten, Verpackung und Steuern. Wie sich der Ladenpreis zusammensetzt, zeigt Warum Specialty Coffee so viel kostet.

Kaffee aus Nepal bleibt deshalb eine seltene Herkunft. Die Ernte wächst, doch der eigene Markt wächst schneller. Für Deutschland heißt das kleine Partien, die oft schnell verkauft sind.

Stand: 24. Oktober 2026.

Quellen

  1. Ritu Kafle, OnlineKhabar English, mit Daten von NTCDB und Department of Customs: Nepal exports premium coffee to the world, yet relies on imports for domestic needs, 11.05.2026.
  2. Amrit Chimariya, OnlineKhabar English, mit Daten von NTCDB und Department of Customs: Nepal’s coffee paradox: imports outweigh exports despite local production, 20.11.2024.
  3. Deepak Pariyar, Kantipur (englische KI-Übersetzung): Demand exceeds coffee production, leading to high export prices, 03.07.2026.
  4. Rastriya Samachar Samiti, The Himalayan Times, nach Angaben der NTCDB: International demand for Nepali tea and coffee on the rise, 05.11.2024.
  5. Prahlad Rijal, The Kathmandu Post: Nepalis wake up and smell (Nepali) coffee, 22.07.2019.
  6. Himendra Mohan Kumar, The Kathmandu Post: Coffee sector performing below potential due to archaic ways, 22.12.2019.
  7. Global Coffee Report: Regions on the rise: Nepal, 05.06.2025.
  8. Bhavi Patel, Perfect Daily Grind (gesponserter Kontext, Angaben eines Exporteurs): How Nepal is emerging as a specialty coffee origin, 25.06.2025.
  9. Lotz, S.; Pandit, B. H.; Schmidt, H.-P.; Hölscher, D. u. a., Agroforestry Systems 100, 49: Trade-off between yield and carbon storage in Nepali coffee agroforestry, 17.01.2026.
  10. Paudel, I. H. (Ministry of Agriculture and Livestock Development), Journal of Agriculture and Environment 24: Economic Analysis of Coffee Subsector in Nepal, 2023.
  11. Paudel, M.; Parajuli, K., International Journal of Applied Sciences and Biotechnology 8(3): Constraints and Determinants of Coffee Processing Methods in Gulmi District, Nepal, 29.09.2020.
  12. Aryal, L. N.; Basnet, S.; Bhusal, Y. R.; Thapa, K. B., Journal of the Institute of Agriculture and Animal Science 36: Bionomics, Abundance and Management of Coffee White Stem Borer in Nepal, 31.12.2020.
  13. USDA Foreign Agricultural Service: Coffee: World Markets and Trade, 02.07.2026.
  14. Uganda Coffee Development Authority: Daily Coffee Market Analysis Report, Schlusskurse vom 02.10.2026, 05.10.2026.
  15. ShareSansar, nach Nepal Rastra Bank: NRB Publishes Monday’s Forex Rates: US Dollar Fixed at Rs. 155.08, 12.10.2026.