Den meisten Rohstoff für japanischen Matcha liefert heute Kagoshima im Süden, 2025 rund 43 Prozent. Kyoto mit Uji und Shizuoka folgen mit je etwa 14 bis 16 Prozent.Tencha-Mengen nach Präfektur, Klima und Anbauweise, Geschichte der Regionen und was die Herkunft im Geschmack ausmacht.
Matcha wird aus Tencha gemahlen. Das ist Grüntee aus beschatteten Blättern, die nach dem Dämpfen ungerollt trocknen. Wo Matcha herkommt, ist deshalb vor allem die Frage, wo Tencha wächst.
Uji bei Kyoto gilt als Wiege des Schattenanbaus und steht auf vielen teuren Dosen. Die größte Menge kommt aber längst von den maschinell bewirtschafteten Feldern in Kagoshima.
Tencha nach Präfektur: Kagoshima liefert die größte Menge
Japan erzeugte 2025 laut dem nationalen Verband der Teeerzeuger 6.278 Tonnen Tencha. Das Agrarministerium MAFF rechnet mit dieser Menge 8,6 Prozent der gesamten Rohteeernte. Laut seinem Lagebericht vom Oktober 2026 war das rund 3,2-mal so viel wie 2014.
| Präfektur | Tencha 2025 | Anteil (von uns berechnet) | bekanntes Gebiet |
|---|---|---|---|
| Kagoshima | 2.670 t | rund 43 % | u. a. Minamikyushu, Shibushi, Kirishima |
| Kyoto | 989 t | rund 16 % | Joyo, Uji |
| Shizuoka | 875 t | rund 14 % | Umstellung von Sencha-Feldern |
| Aichi | 463 t | rund 7 % | Nishio, Toyota |
| Mie | 398 t | rund 6 % | keine Angabe |
| Miyazaki | 304 t | rund 5 % | keine Angabe |
| Fukuoka | 280 t | rund 4 % | keine Angabe |
| Japan gesamt | 6.278 t | 100 % |
Die Reihenfolge der ersten drei bestätigt das Ministerium. Kagoshima steht beim Tencha auf Platz 1, Kyoto auf Platz 2 und Shizuoka auf Platz 3. Aichi folgt laut der Präfektur auf Platz 4.
Kagoshima wächst dabei besonders schnell. Nach einer Übersicht des Ministeriums erzeugte die Präfektur im Fiskaljahr 2022 noch 1.392 Tonnen Tencha. Drei Jahre später waren es nach den Verbandszahlen 2.670 Tonnen. Die Zahlen stammen aus verschiedenen Erhebungen.
Auch im Preis liegt Tencha weit vorn. Der Rohtee kostete 2025 im Jahresmittel 8.562 Yen pro Kilogramm, umgerechnet rund 51 €. Das ist laut MAFF rund das 4,9-Fache von Sencha. Wie die Auktionen 2026 liefen, steht in Matcha wird knapp.
Uji und Kyoto: wo der Schattenanbau begann
Die Geschichte des japanischen Pulvertees beginnt 1191. Der Mönch Eisai brachte damals Teesamen aus China mit und gab sie dem Mönch Myōe im Tempel Kōzan-ji bei Kyoto. Von dort kam der Tee nach Uji, so beschreibt es eine Broschüre der Region Yamashiro von 2012.
In der Muromachi-Zeit förderten die Shogune der Ashikaga den Uji-Tee. Ashikaga Yoshimitsu ließ sieben Teegärten für seinen Hof anlegen, von denen nur einer erhalten ist. Im 16. Jahrhundert entwickelten die Teebauern von Uji den Anbau unter Abdeckung. Matten aus Schilf und Stroh schützten die jungen Triebe vor Licht und Frost.
Laut Agrarministerium ging der Schattenanbau auf Wünsche von Teemeistern wie Sen no Rikyū zurück. Warum Schatten Matcha weniger herb macht, steht in Matcha bitter oder mild. Heute gilt dafür eine Faustregel. Die Sträucher für Tencha liegen vor der Ernte mindestens 20 Tage im Schatten.
Der Name Uji-Tee umfasst heute mehr als die Stadt. Nach der Definition, die das Ministerium wiedergibt, wächst er in Kyoto, Nara, Shiga oder Mie. Fertig verarbeitet wird er von Betrieben in Kyoto nach dem Verfahren der Region Uji. Tencha wächst laut der Broschüre vor allem in Joyo in der Flussaue des Kizu.
Die Teegebiete liegen an Flusstälern und Berghängen. Tag und Nacht unterscheiden sich dort stark in der Temperatur. Nebel über den Flüssen Uji und Kizu schützt die Triebe vor Frost. Bei der ersten Tencha-Auktion in Joyo am 13. Mai 2026 lag der Durchschnitt bei 13.972 Yen pro Kilogramm, umgerechnet rund 83 €.

Nishio in Aichi: Tencha im Delta des Yahagi
Nishio liegt in der Präfektur Aichi, zwischen Kyoto und Tokio. Laut der örtlichen Überlieferung säte der Mönch Shōichi Kokushi 1271 Teesamen am neu gegründeten Tempel Jissō-ji. Ernsthaft angebaut wird erst seit der Meiji-Zeit. Im späten Taishō-Zeitraum, also in den 1920er-Jahren, wurde Tencha zum Hauptprodukt.
Die Felder liegen in einem Delta zwischen dem Fluss Yahagi und dem Yahagi-Furukawa. Die Präfektur nannte 2012 sandigen, fruchtbaren Boden und feuchte Luft durch Flussnebel als Gründe für den guten Tencha. Laut Aichi wächst er heute vor allem in Nishio und Toyota, mit einem hohen Anteil aus der ersten Ernte.
Nishio hatte als einziger Matcha Japans eine geschützte geografische Angabe, beim Ministerium unter Nummer 27 geführt. Sie schrieb laut einem Forschungsbericht der Präfektur von 2019 Gerüste vor. Darüber lag mindestens 25 Tage lang ein Schattenmaterial, das direkte Abdecken der Sträucher war verboten. Gemahlen wurde mit Granitsteinen aus Okazaki.
Am 14. Februar 2020 strich das Ministerium den Eintrag auf Antrag der Teegenossenschaft. Gefragt war Ware für rund 1.000 Yen pro Kilogramm, umgerechnet rund 6 €. Matcha aus Nishio für über 3.000 Yen, umgerechnet rund 18 €, verkaufte sich schlecht. Die Genossenschaft wollte auch günstiger produzieren dürfen.
Kagoshima: große Felder, frühe Ernte, viel Maschine
Kagoshima liegt an der Südspitze der Insel Kyushu. Laut einer Legende brachten geflohene Krieger des Heike-Clans den Tee vor rund 800 Jahren hierher. In der Muromachi-Zeit soll ein Tempel Samen aus Uji geholt haben. In den Jahren 1955 bis 1964 war Kagoshima eine wichtige Schwarztee-Region und stellte nach der Freigabe der Importe auf Grüntee um.
Heute erntet Kagoshima mehr Tee als jede andere Präfektur. Laut MAFF erzeugte sie 2025 rund 30.000 Tonnen Rohtee, Shizuoka 24.100 Tonnen. Ein Betrieb bewirtschaftet in Kagoshima im Schnitt 4,3 Hektar Tee, in Kyoto 1,7 Hektar. Laut Ministerium wird mit großen Maschinen auf großen Flächen gearbeitet.
Das warme Klima erlaubt frühe und späte Sorten und damit eine lange Erntezeit. Den ersten neuen Tee des Jahres pflücken die Bauern hier schon Ende März. Bei der Tencha-Auktion am 14. Mai 2026 zahlten Händler im Schnitt rund 19.000 Yen pro Kilogramm, umgerechnet rund 112 €.
Die Präfektur will den Ausbau weiter treiben. In ihrem Clusterplan vom September 2026 nennt sie für das Fiskaljahr 2024 Matcha-Exporte von 6,34 Milliarden Yen, umgerechnet rund 38 Mio. €. Sie fördert neue Tencha-Fabriken, Mühlen und Sorten für Matcha. Vor allem sollen mehr Betriebe lange beschatten, denn das gilt als Voraussetzung für Tencha.

Shizuoka und weitere Gebiete: vom Sencha zum Tencha
Shizuoka hat mit 11.600 Hektar deutlich mehr Teefläche als Kagoshima mit 8.040 Hektar. Bekannt ist sie vor allem für Sencha. Laut dem regionalen Genossenschaftsverband stellen Betriebe dort seit 2024 sehr schnell von Sencha auf Tencha um. Das berichtete eine japanische Fachzeitung im Juni 2026.
Im Teeförderplan für 2025 bis 2028 nennt die Präfektur 3.200 Tonnen Matcha und Teepulver für 2024. Bis 2040 sollen es 8.600 Tonnen werden.
Kleinere Mengen kommen aus Mie, Miyazaki und Fukuoka. In Fukuoka liegt Yame, das vor allem für beschatteten Blatttee bekannt ist. Mehr zu diesem Tee steht in Gyokuro zubereiten. Außerhalb Japans baut vor allem China aus, nach Branchenschätzungen 2025 mit rund 12.000 Tonnen Matcha.
Das Klima der Gebiete unterscheidet sich deutlich. Kagoshima ist wärmer und viel regenreicher als Kyoto oder Nishio. Die Tabelle zeigt die Mittelwerte 1991 bis 2020 der nächstgelegenen großen Wetterstationen.
| Gebiet | Wetterstation | Jahresmittel | Niederschlag pro Jahr | Anbau |
|---|---|---|---|---|
| Uji, Joyo | Kyoto | 16,2 °C | 1.523 mm | Flussauen und Hänge, traditionell Matten |
| Nishio | Nagoya | 16,2 °C | 1.579 mm | Delta, Gerüste mit Schattenmaterial |
| Shizuoka | Shizuoka | 16,9 °C | 2.327 mm | große Sencha-Flächen, Umstellung |
| Kagoshima | Kagoshima | 18,8 °C | 2.435 mm | große, maschinell bearbeitete Felder |
Herkunft im Geschmack: was Studien zeigen
Unabhängige Vergleiche japanischer Matchas nach Herkunft haben wir nicht gefunden. Es gibt aber einen Versuch aus China, veröffentlicht im Januar 2025 in der Fachzeitschrift Foods.
Die Forscher ließen Matcha aus derselben Sorte an vier Orten gleich verarbeiten. Zwei Proben schmeckten frisch und kaum bitter, zwei andere herber und adstringierend. Ein Matcha aus Shizuoka als Vergleich bekam die beste Note, stammte aber von einer anderen Sorte.
Die Studie hat Grenzen. Wie viele Proben pro Ort getestet wurden, geht aus der Arbeit nicht klar hervor. Der Ort lässt sich nicht von der Arbeit der einzelnen Betriebe trennen. Die Ursachen halten die Autoren für ungeklärt.
Neben dem Ort prägen weitere Dinge den Matcha. Dazu gehören die Sorte, die Dauer der Beschattung, die Ernte und das Mahlen. In Nishio war das direkte Abdecken nach den alten Regeln verboten, weil es laut Präfektur schwächeren Tencha liefert. Kagoshima setzt gerade auf längere Beschattung.
Für einen eigenen Vergleich nimmst du zwei Pulver aus verschiedenen Regionen und bereitest sie gleich zu. Ein Teehaus aus Kyoto nennt 2 g Pulver auf 60 ml Wasser mit 80 °C. Auf der Packung helfen Angaben zu Präfektur, Sorte, Ernte und Beschattung mehr als der Ortsname allein.

Uji hat den Schattenanbau erfunden, Nishio hat sich früh auf Tencha spezialisiert. Die größte Menge kommt heute aus Kagoshima, und Shizuoka holt auf.
Stand: 24. Oktober 2026.
Quellen
- Japanisches Agrarministerium (MAFF): 茶をめぐる情勢, Lagebericht Tee, Oktober 2026.
- Präfektur Aichi, nach Zahlen des Zenkoku Cha Seisan Dantai Rengokai (Nationaler Verband der Teeerzeuger): 2025年産茶の生産状況, Teeproduktion 2025, 2026, abgerufen 25.10.2026.
- Japanisches Agrarministerium (MAFF), Nippon Dentōshoku Zukan: かごしま茶 (Kagoshima-Tee), ohne Datum, Daten Fiskaljahr 2022, abgerufen 25.10.2026.
- Japanisches Agrarministerium (MAFF), Nippon Dentōshoku Zukan: 宇治茶 (Uji-Tee), ohne Datum, abgerufen 25.10.2026.
- Exekutivkomitee Region Yamashiro, Präfektur Kyoto: 宇治茶の歴史と文化 (Geschichte und Kultur des Uji-Tees), Oktober 2012.
- NARO, Forschungskonsortium Projekt 27015C: 被覆茶安定生産マニュアル (Handbuch zur Erzeugung beschatteter Tees), März 2018.
- Global Japanese Tea Association: Japanese Tea Report, May 2026, 29.05.2026.
- Tabi-Mag: 実相寺 (Jissō-ji und die Anfänge des Tees in Nishio), ohne Datum, abgerufen 25.10.2026.
- Präfektur Aichi: 高品質な茶づくりと抹茶の消費拡大をめざす (Teebetrieb in Nishio), 17.02.2012.
- Japanisches Agrarministerium (MAFF), GI-Register: Nishio Matcha, Registration No. 27, abgerufen 25.10.2026.
- Landwirtschaftliches Forschungszentrum der Präfektur Aichi: デジタル画像を利用したてん茶被覆法の判別技術を開発 (Unterscheidung der Beschattungsmethoden bei Tencha), 2019.
- Jiji Press: 「西尾の抹茶」取り消し 地理的表示、全国初 (Nishio-Matcha verliert geografische Angabe), 14.02.2020.
- Präfektur Kagoshima: 茶関連産業分野における地域産業クラスター計画の概要 (Clusterplan Tee), September 2026.
- Nihon Shokuryo Shimbun: 全国緑茶特集2026 (Sonderteil Grüntee 2026), 22.06.2026.
- Präfektur Shizuoka: 静岡県茶業振興計画(概要)案 (Teeförderplan 2025 bis 2028, Entwurf), ohne Datum, abgerufen 25.10.2026.
- Walker, J., Tea & Coffee Trade Journal: Matcha & Sencha: supply shifts and what they mean for buyers, 17.06.2026.
- Japan Meteorological Agency (JMA): 主な新平年値のデータ表 (Neue Klimanormalwerte 1991 bis 2020), 24.03.2021.
- Cui, H.; Zhao, Y.; Li, H.; Ye, M.; Yu, J.; Zhang, J., Foods 14(1):97: Effect of Geographic Regions on the Flavor Quality and Non-Volatile Compounds of Chinese Matcha, 02.01.2025.
- Ippodo Tea, Produktseite (Händlerangabe): Ummon-no-mukashi, Zubereitung, abgerufen 24.10.2026.



