Für zwei Becher ziehen 30 g grob gemahlener Kaffee und 500 ml Wasser mit 95 °C vier Minuten, dann drückst du den Stempel langsam herunter.Grundrezept und Hoffmann-Methode, Tipps gegen Bodensatz, Cafestol im ungefilterten Kaffee, Reinigung und Kannengrößen.

Die French Press, auch Stempelkanne genannt, ist ein Vollaufguss. Kaffeemehl und Wasser stehen die ganze Zeit zusammen in der Kanne. Am Ende trennt ein Metallsieb den Satz vom Kaffee. Anders als beim Handfilter läuft nichts durch ein Papier, deshalb landen Öle und feine Teilchen mit in der Tasse.

Dafür ist die Zubereitung kaum zu verderben. Du brauchst eine Waage, einen Wasserkocher und einen Löffel. Feine Gießtechnik spielt keine Rolle, entscheidend sind Kaffeemenge, Mahlgrad und Geduld.

Das Grundrezept: Menge, Mahlgrad, Temperatur und Zeit

Eine Schweizer Rösterei empfiehlt 60 bis 70 g Kaffee pro Liter Wasser. Das entspricht einem Verhältnis von 1:15 bis 1:16, also etwa 30 g auf 500 ml. Gemahlen wird etwas gröber als für Filterkaffee. Das Wasser soll rund 95 °C haben, für dunkle Röstungen 92 bis 94 °C. Ohne einstellbaren Wasserkocher lässt du es aufkochen und rund 2 Minuten stehen.

Rezept Kaffee : Wasser Mahlgrad Wasser Zeit
klassisch (Schweizer Rösterei) 60 bis 70 g pro Liter, z. B. 30 g auf 500 ml etwas gröber als Filter rund 95 °C 4 Min., dann Stempel drücken
kräftiger (Schweizer Rösterei) rund 7 g pro 100 ml etwas gröber als Filter rund 95 °C 4 Min.
ohne Stempel (Schweizer Rösterei) wie klassisch etwas gröber als Filter rund 94 °C 4 Min. ziehen, abschöpfen, 4 Min. warten
James Hoffmann 30 g auf 500 g mittelgrob gerade gekocht 4 Min. ziehen, abschöpfen, 5 bis 8 Min. warten

Wie stark der Kaffee wird, hängt vor allem an der Menge. Forscher der University of California in Davis haben 99 Vollaufgüsse von je 1 Liter vermessen. Bei langem Ziehen lösten sich am Ende rund 21 % der Kaffeemasse, fast egal bei welchem Verhältnis. Temperaturen zwischen 80 und 99 °C änderten nur das Tempo, nicht den Endwert. Auch der Mahlgrad wirkte sich nur wenig aus.

Für dich heißt das, ein paar Grad mehr oder weniger sind kein Drama. Magst du den Kaffee milder, nimm weniger Pulver und verkürz nicht einfach die Zeit. Umgekehrt warnt die Rösterei, dass mehr Kaffee bei gleicher Wassermenge eher sauer schmecken kann. Wie weich dein Wasser sein sollte, steht in Welches Wasser für Kaffee.

Holzschaufel voller Kaffeebohnen auf hellem Steinuntergrund
Wie kräftig die French Press wird, entscheidest du vor allem beim Abwiegen der Bohnen.Foto: Sergey Kotenev / Unsplash

Die klassische 4-Minuten-Methode Schritt für Schritt

Die meisten Anleitungen arbeiten mit vier Minuten Ziehzeit. So beschreibt es auch die Schweizer Rösterei in ihrem Standardrezept. Der Ablauf passt zu jeder Kannengröße, solange du Kaffee und Wasser im gleichen Verhältnis änderst.

  1. Abwiegen: Wieg 30 g Kaffee ab und mahl ihn etwas gröber als für den Handfilter.
  2. Wasser vorbereiten: Bring frisches Wasser auf rund 95 °C oder lass es nach dem Kochen kurz stehen.
  3. Aufgießen: Gib das Pulver in die Kanne, gieß 500 ml Wasser dazu und rühr einmal um.
  4. Ziehen lassen: Leg den Deckel mit dem Stempel auf, ohne zu drücken, und warte 4 Minuten.
  5. Kruste abnehmen: Brich die Kruste oben mit einem Löffel auf und schöpf Schaum und schwimmende Teilchen ab.
  6. Pressen: Drück den Stempel langsam und gleichmäßig herunter.
  7. Ausgießen: Gieß den Kaffee gleich ganz in Tassen oder in eine zweite Kanne.

Der letzte Schritt wird oft vergessen. Bleibt der Kaffee auf dem Satz stehen, läuft die Extraktion weiter, sagt die Rösterei. Der Stempel beendet den Kontakt nicht, er schiebt das Pulver nur nach unten. Für einen Becher gilt dasselbe Rezept mit 15 g auf 250 ml.

Frisch gebrühter Kaffee wird in eine Tasse gegossen
Nach dem Pressen gehört der Kaffee gleich in die Tassen, sonst zieht er auf dem Satz weiter.Foto: Feliphe Schiarolli / Unsplash

Die Methode von James Hoffmann: abschöpfen und warten

Der frühere Barista-Weltmeister James Hoffmann hat ein Verfahren bekannt gemacht, das länger dauert und klarer schmeckt. Er stellt es in seinem Video zur „Ultimate French Press Technique“ vor, das spätestens 2016 erschien. Die Schritte hier stützen sich auf zwei schriftliche Zusammenfassungen dieses Videos. Ein Text von Hoffmann selbst liegt uns nicht vor.

  1. Aufgießen: 30 g mittelgrob gemahlenen Kaffee mit 500 g gerade gekochtem Wasser übergießen, zügig in rund 10 Sekunden.
  2. Ziehen lassen: Rund 4 Minuten warten, nicht rühren. Oben bildet sich eine Kruste.
  3. Kruste aufbrechen: Die Kruste mit einem Löffel umrühren, damit das meiste Pulver absinkt.
  4. Abschöpfen: Schaum und schwimmende Teilchen mit zwei Löffeln abnehmen.
  5. Warten: Mindestens 5, gern bis zu 8 Minuten stehen lassen, bis sich der Satz gesetzt hat.
  6. Stempel aufsetzen: Das Sieb nur bis knapp unter die Oberfläche senken, nicht durchdrücken.
  7. Ausgießen: Langsam eingießen, das Sieb dient nur noch als Sieb.

Insgesamt dauert das rund 9 bis 10 Minuten. Laut der Zusammenfassung eines britischen Kaffeeblogs begründet Hoffmann die Wartezeit mit dem Bodensatz, der sich in Ruhe absetzt. Nach 4 Minuten sei der Kaffee ohnehin noch zu heiß zum Trinken. Weil der Stempel nichts durch das Pulver presst, darf er etwas feiner mahlen als klassisch üblich.

Das Prinzip kennt die Schweizer Rösterei ebenfalls. Ihre Variante ohne Stempel lehnt sich an das Cupping an, mit dem Profis Kaffee verkosten. Auch dort wird nach 4 Minuten abgeschöpft und weitere 4 Minuten gewartet. Beim Handfilter gießt Hoffmann ebenfalls so heiß wie möglich, das zeigt der Vergleich Handfilter V60, Kalita und Chemex.

Schlamm in der Tasse: so bleibt der Kaffee klar

Der Bodensatz stammt aus sehr feinen Teilchen, die durch das Metallsieb rutschen. Jede Mühle erzeugt sie neben dem eingestellten Mahlgrad. Eine gleichmäßig mahlende Mühle hält ihren Anteil klein. Worauf du dabei achtest, steht in Elektrische Kaffeemühle: Flach- oder Kegelmahlwerk.

Problem wahrscheinliche Ursache Was hilft
Kaffee dünn und wässrig zu wenig Pulver mehr Kaffee, z. B. rund 7 g pro 100 ml
Kaffee bitter und herb zu lange auf dem Satz gestanden sofort ausgießen oder umfüllen
Kaffee schlammig viele Feinteilchen aufgewirbelt abschöpfen, länger warten, Stempel nicht durchdrücken
Satz in der letzten Tasse bis zum Boden ausgegossen einen Rest in der Kanne lassen

Die Rösterei rät, nie bis zum Boden auszugießen und ruhig zu gießen. Sonst wirbelst du den Satz wieder auf. Drück den Stempel langsam herunter. Hoffmann verzichtet ganz darauf und lässt den Satz stattdessen in Ruhe absinken.

Unser Tipp

So wird deine French Press klar:

  • Wieg Kaffee und Wasser ab, statt mit Löffeln zu messen.
  • Schöpf nach dem Ziehen Schaum und schwimmende Teilchen mit zwei Löffeln ab.
  • Stell dir danach einen Timer auf 5 Minuten und lass die Kanne in Ruhe.
  • Senk den Stempel nur bis unter die Oberfläche und gieß langsam aus.
  • Lass den letzten Schluck mit dem Satz in der Kanne.
Gemahlener Kaffee mit ganzen Kaffeebohnen in Nahaufnahme
Gleichmäßig gemahlener Kaffee mit wenig Staub hinterlässt weniger Bodensatz in der Tasse.Foto: Tamas Pap / Unsplash

Cafestol und Kahweol: was das Metallsieb durchlässt

Kaffeebohnen enthalten die Fettstoffe Cafestol und Kahweol, sogenannte Diterpene. Ein Papierfilter hält sie großteils zurück, ein Metallsieb kaum. Forschende aus Uppsala und Göteborg haben 2025 verschiedene Kaffees gemessen. Die Werte für einzelne Zubereitungen beruhen auf wenigen Proben.

Zubereitung Cafestol pro Liter Kahweol pro Liter Cafestol pro Tasse (150 ml)
Papierfilter, zu Hause 11,5 mg 8,2 mg rund 1,7 mg
French Press 86,8 mg 68,7 mg rund 13 mg
gekochter Kaffee, ungefiltert 939,2 mg 677,9 mg rund 141 mg

Die Werte pro Tasse haben wir aus den Literwerten umgerechnet. Die Forschenden halten gut gefilterten Kaffee für die bessere Wahl für Herz und Gefäße. Ihre Rechnungen zum LDL-Cholesterin sind aber Hochrechnungen und keine Studienergebnisse.

Einen direkten Versuch gibt es aus Wageningen. 1996 tranken 46 gesunde Erwachsene 24 Wochen lang täglich 0,9 Liter starken Kaffee, entweder aus der Stempelkanne oder gefiltert. Das LDL-Cholesterin lag in der French-Press-Gruppe am Ende um 0,26 mmol/l höher. Auch ein Leberwert stieg leicht an. Alle Veränderungen gingen nach dem Ende der Studie wieder zurück.

Die Menge in der Studie war hoch, fünf bis sechs starke Tassen am Tag. Für eine Tasse am Morgen lässt sich daraus keine Aussage ableiten. Achtest du auf deine Blutfette, kannst du den fertigen Kaffee zusätzlich durch einen Papierfilter gießen. Für alle Fragen zu deinen Werten ist deine Ärztin oder dein Arzt die richtige Adresse.

Reinigung und Größe: die passende Kanne im Alltag

Nach dem Brühen kommt der nasse Satz in den Kompost oder Biomüll, nicht in den Abfluss. Dort kann er laut der Rösterei die Rohre verstopfen. Glas und Stempel spülst du mit warmem Wasser und bei Bedarf etwas Spülmittel. Einmal pro Woche schraubst du das Sieb ab und reinigst die Scheiben einzeln, sonst werden die Kaffeeöle darin ranzig. Viele Kannen vertragen die Spülmaschine, schau dazu in die Herstellerangaben.

Bei der Größe hilft ein Blick auf die Literangabe. Die Tassenzahl der Hersteller rechnet mit kleinen Tassen. Ein US-Händler gibt die europäische Kaffeetasse mit 4,25 Unzen an, das sind rund 125 ml. Außerdem bindet das Pulver laut der Rösterei 2 bis 2,5 g Wasser pro Gramm. Aus 500 ml Wasser und 30 g Kaffee werden so rund 425 bis 440 ml im Becher (von uns gerechnet).

Kanne Inhalt passt für
3 Tassen 0,35 l einen großen Becher
8 Tassen 1,0 l laut Rösterei bis zu 800 ml Kaffee, also drei bis vier Becher
12 Tassen 1,5 l eine größere Runde

Die Größen stammen von einem verbreiteten dänischen Hersteller. Eine French Press eignet sich übrigens auch für kalten Kaffee, wie Cold Brew selber machen zeigt.

Eine Person bereitet Kaffee zu
Die French Press braucht keine Gießtechnik, nur eine Waage, heißes Wasser und etwas Geduld.Foto: René Porter / Unsplash

Für den Anfang reicht das Grundrezept mit 30 g Kaffee auf 500 ml Wasser und 4 Minuten. Schmeckt dir das zu trüb, probier beim nächsten Mal Hoffmanns Weg mit Abschöpfen und Warten. Danach änderst du nur noch die Kaffeemenge.

Stand: 24. Oktober 2026.

Quellen

  1. Benjamin Hohlmann, Kaffeemacher: French Press Anleitung: Rezepte & Kaffeemenge pro Tasse, 18.06.2026.
  2. Honest Coffee Guide: James Hoffmann French Press (Zusammenfassung des Videos), ohne Datum, abgerufen 24.10.2026.
  3. Kev, Coffee Blog: Ultimate Cafetière Technique, 16.10.2016, aktualisiert 26.07.2025.
  4. Liang, J.; Chan, K. C.; Ristenpart, W. D., Scientific Reports 11, 6904: An equilibrium desorption model for the strength and extraction yield of full immersion brewed coffee, 25.03.2021.
  5. Liang, J.; Chan, K. C.; Ristenpart, W. D., Specialty Coffee Association, 25 Magazine: How Strong is the Coffee You’re Cupping?, ohne Datum, abgerufen 24.10.2026.
  6. Orrje, E.; Fristedt, R.; Rosqvist, F.; Landberg, R.; Iggman, D., Nutrition, Metabolism and Cardiovascular Diseases 35: Cafestol and kahweol concentrations in workplace machine coffee compared with conventional brewing methods, 20.02.2025.
  7. Urgert, R. et al., BMJ 313, 1362–1366: Comparison of effect of cafetière and filtered coffee on serum concentrations of liver aminotransferases and lipids: six month randomised controlled trial, 30.11.1996.
  8. Seattle Coffee Gear: Bodum French Press Replacement Glass (Größen und Tassendefinition), ohne Datum, abgerufen 24.10.2026.